Gutachten über Schuldfähigkeit

Volker E.s Anwalt, der Kulmbacher Strafverteidiger Alexander Schmidtgall: Nach seiner Auffassung hat auch die Tötung der Frauen durch Erdrosseln für Volker E. zu einem „sexuellen Ritual“ gehört, dessen Ablauf der Fernfahrer bis zum Schluss nicht bewusst steuern konnte.
Bild: Rainer Maier, Frankenpost Hof (HofFotografen)

Gehörte die Tötung zum Sex-Ritual

Volker E.s Anwalt, der Kulmbacher Strafverteidiger Alexander Schmidtgall: Nach seiner Auffassung hat auch die Tötung der Frauen durch Erdrosseln für Volker E. zu einem „sexuellen Ritual“ gehört, dessen Ablauf der Fernfahrer bis zum Schluss nicht bewusst steuern konnte.
Bild: Rainer Maier, Frankenpost Hof (HofFotografen)

Mannes, der den Ermittlern sechs Morde gestanden hat.
Wie E.s Verteidiger, der Kulmbacher Rechtsanwalt Alexander Schmidtgall (Bild), unserer Zeitung auf Nachfrage weiter mitteilte, geht der Sachverständige in seinem mehr als 100-seitigen Gutachten aber davon aus, dass E. für die Tötung seiner Opfer dann einen bewussten, von seiner Krankheit unbeeinflussten Entschluss fasste. Damit habe er die vorangegangenen Sexualdelikte verdecken und seiner Verhaftung entgehen wollen. Demnach wäre er für die Morde im juristischen Sinne voll schuldfähig. Das psychologische Gutachten hat der Münchner Professor Dr. Norbert Nedopil angefertigt, der in Fachkreisen als „der Papst der forensischen Psychiatrie in Deutschland“ anerkannt ist.
Die schriftliche Einschätzung, die er im Auftrag der Staatsanwaltschaft gemacht hat, ist aber nur vorläufig. Endgültig wird Nedopil sein Gutachten in der Hauptverhandlung in Hof abgeben.

Anwalt Schmidtgall hält die Aussagen noch für interpretationsfähig. Nach seiner Auffassung hat auch die Tötung der Frauen durch Erdrosseln für Volker E. zu einem „sexuellen Ritual“ gehört, dessen Ablauf der Fernfahrer bis zum Schluss nicht bewusst steuern konnte. „Auch die Tötung gehört zum krankhaften Verhalten, gegen das er sich nicht wehren konnte“, ist sich Schmidtgall sicher. Deshalb könne sein Mandant nicht voll für seine Taten verantwortlich gemacht werden.
Leitender Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt in Hof wollte das psychiatrische Gutachten und die – in Justizkreisen recht ungewöhnliche – Veröffentlichung der Hauptaussagen vor dem Prozess durch Volker E.s Verteidiger nicht kommentieren. Schmitt lapidar: „Unsere Ermittlungen stehen vor dem Abschluss. Mit Erhebung der Klage ist vermutlich im Juni zu rechnen.“

RAINER MAIER

FP. den 12.05.2007
http://www.frankenpost.de/nachrichten/special/serienkiller_volker_e/art3407,654992