Rache, Pornos und Verrat

KULMBACH/UNTERSTEINACH – Relativ unbeschadet hat ein Untersteinacher gestern ein Strafverfahren beim Amtsgericht überstanden. Dem 29-Jährigen wurde vorgeworfen, vor etwa zwei Jahren seiner damals minderjährigen Freundin auf dem Computer Pornobilder gezeigt zu haben. Der Angeklagte stritt dies aber rundum ab. Er vermutete vielmehr, dass die entsprechende Anzeige bei der Polizei ein reiner Racheakt war. Gewissermaßen eine Retourkutsche seiner Ex, weil er sich von ihr getrennt hatte, im Zusammenspiel mit zwei weiteren „Verflossenen“, von denen ihn eine der Frauen sogar wegen Vergewaltigung angezeigt hatte.

KULMBACH/UNTERSTEINACH – Relativ unbeschadet hat ein Untersteinacher gestern ein Strafverfahren beim Amtsgericht überstanden. Dem 29-Jährigen wurde vorgeworfen, vor etwa zwei Jahren seiner damals minderjährigen Freundin auf dem Computer Pornobilder gezeigt zu haben.

Der Angeklagte stritt dies aber rundum ab. Er vermutete vielmehr, dass die entsprechende Anzeige bei der Polizei ein reiner Racheakt war. Gewissermaßen eine Retourkutsche seiner Ex, weil er sich von ihr getrennt hatte, im Zusammenspiel mit zwei weiteren „Verflossenen“, von denen ihn eine der Frauen sogar wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Dieses Verfahren war von der Staatsanwaltschaft allerdings ohne weitere Folgen eingestellt worden.

Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei den Computer des Untersteinachers beschlagnahmt und auch eine CD-ROM einkassiert. Die Fotos auf dem Datenträger, leicht bekleidete junge Mädchen im Alter von zirka zehn Jahren, waren für die Justiz jedoch kein Thema, weil sie nicht als Kinderpornografie gelten.

Ex-Freundin geht zur Polizei

Anders sieht es mit dem Vorwurf aus, der Angeklagte habe seiner minderjährigen Partnerin am Rechner Aufnahmen von Frauen gezeigt, die mit Flaschen sexuelle Handlungen an sich vornehmen. „Ich durfte an den Computer nicht selbst ran“, berichtete die inzwischen 18-Jährige dem Gericht. Irgendwann im Jahre 2005 habe er das Gerät aufgestartet und sich mit ihr die Fotos gemeinsam angeschaut. „Das ist doch abnormal, habe ich gedacht“, sagte das Mädchen und begründete damit auch, warum sie viele Monate später – nach der Trennung – zur Polizei gegangen war. Seltsamerweise hat sie aber nur wenige Tage nach der Anzeige wieder den Kontakt zu dem Untersteinacher gesucht. Mehrere Wochen lang habe man auch wieder Sex miteinander gehabt, gab die 18-Jährige ohne Umschweife zu.
Inzwischen hat sie mit ihrem Vater sogar eine Wohnung im gleichen Haus wie der Angeklagte bezogen. „Ich habe damit keine Probleme“, sagte die Zeugin vor Gericht. Die hat allerdings der 29-Jährige bekommen: Nachdem das Mädchen sich mit seinem Chef über den angeblichen Vorfall unterhalten hatte, wurde der 29-Jährige kurzerhand auf die Straße gesetzt.

Rechtsanwalt Alexander Schmidtgall warf in dem Prozess vor dem Amtsgericht die Frage auf, ob in diesem Fall der Schutzzweck des Gesetzes für Minderjährige überhaupt greift. Schließlich hätten die beiden lange Zeit intim zusammengelebt, das Mädchen habe auch keine Schäden davongetragen, so die Argumentation des Strafverteidigers.

600 Euro an Unicef

Die Frage, wem von beiden man Glauben schenken darf, musste das Gericht schließlich nicht mehr entscheiden. Wegen der besonderen Umstände des Falls stellte Richterin Sieglinde Tettmann das Strafverfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und des Angeklagten wegen geringer Schuld ein. Allerdings muss der 29 Jahre alte Mann als Auflage 600 Euro an Unicef zahlen. Nur dann kommt er aus der Geschichte ungeschoren heraus. gem

FP, den 10.08.2007
http://www.frankenpost.de/nachrichten/kulmbach/ks/art2439,693885